»Nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge zieht nach Europa« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge zieht nach Europa«

Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, 3.7.2019

In einer neuen Studie hat das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung untersucht, 
welche Faktoren künftig weltweite Wanderungen beeinflussen, wie sie sich bis 2030 entwickeln
könnten und was das für die Zuwanderung in die EU bedeutet.
Etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung tragen sich laut Umfragen mit dem Gedanken daran, in ein
anderes Land zu ziehen. Besonders hoch ist der Anteil in den afrikanischen Ländern südlich der
Sahara, aber auch in Lateinamerika und der Region Nordafrika/Naher Osten. „Nur ein Bruchteil dieser
Menschen trifft aber konkrete Vorbereitungen für eine Wanderung und noch weniger machen sich
schlussendlich auf den Weg“, so Reiner Klingholz, Direktor der Berlin-Instituts. Ein Grund dafür sind
fehlende finanzielle Mittel und Informationen, die es braucht, damit die Menschen eine Migration
überhaupt organisieren können. Tatsächlich lebten 2017 etwa 258 Millionen Menschen außerhalb
ihres Heimatlandes, was 3,4 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. 

Angesichts der demografischen Entwicklung der EU wäre mehr Zuwanderung durchaus
wünschenswert. Denn überall führen niedrige Geburtenzahlen und eine steigende Lebenserwartung
dazu, dass die Erwerbsbevölkerung mittelfristig kleiner wird. Bis 2030 dürfte die Gruppe der 20- bis
64-Jährigen EU-weit um sieben Prozent schrumpfen. Trotzdem schafft es die Union bislang nicht, eine
gemeinsame Migrationspolitik zu entwickeln. Grundlage einer solchen Politik wäre ein möglichst
genaues Bild der aktuellen Situation und Wissen über die wesentlichen Einflussgrößen für Migration,
um daraus Migrationspotenziale abschätzen zu können. Genau dies versucht das Berlin-Institut mit
der Studie zu liefern. 

Die vollständige Studie finden Sie hier. 

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