»Ohne weitere Maßnahmen wird Deutschlands Klimaschutzziel für 2020 drastisch verfehlt« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Ohne weitere Maßnahmen wird Deutschlands Klimaschutzziel für 2020 drastisch verfehlt«

Studie der Initiative Agora Ernergiewende, 7.9.2017

Ohne weitere Maßnahmen wird Deutschlands Klimaschutzziel für 2020 drastisch verfehlt. Der Ausstoß von Treibhausgasen wird im Business-as-Usual-Szenario bis 2020 gegenüber 1990 nicht um 35 Prozent zurückgehen, wie bisher von der Bundesregierung angenommen, sondern lediglich um 30 bis 31 Prozent. Es bleibt eine Lücke von rund 120 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2020 zum Ziel. Die wesentlichen Ursachen für höhere Emissionen: Niedrige CO2- und Ölpreise, höheres Wachstum. Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum fallen bis 2020 stärker aus als prognostiziert, demgegenüber sind die Preise für CO2, Diesel, Benzin und Heizöl deutlich niedriger als erwartet. Die Folge: In allen Sektoren sind die Emissionen 2020 höher als bislang offiziell prognostiziert, da mehr Kohle verstromt wird, mehr Pkw und Lkw auf den Straßen fahren, die Industrie stärker wächst und in Gebäuden weiterhin mit Ölheizungen geheizt wird.

Im Ergebnis bleibt die einfache Erkenntnis: Ohne den Beschluss weiterer kurzfristig wirkender Klimaschutzmaßnahmen wird das 40-Prozent-Klimaschutzziel für 2020 eklatant verfehlt. Im realistischen Business-as-Usual-Szenario ist im Jahr 2020 lediglich eine Emissionsminderung von etwa 30 Prozent bis 31 Prozent zu erwarten. Ein solches Ergebnis wäre nicht nur mit deutlich höheren Emissionen für das globale Klima verbunden, sondern würde auch international einen schweren, vermutlich irreparablen Schaden bedeuten. Will man wenigstens noch in die Nähe des 40-Prozent-Ziels kommen, ist daher ein unmittelbar im Koalitionsvertrag verankertes „Sofortprogramm Klimaschutz 2020“ unumgänglich, das noch im ersten Halbjahr 2018 umgesetzt werden müsste, um bis 2020 Wirkung entfalten zu können.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

 

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