»Schon ein begrenzter Atomkrieg wäre eine globale humanitäre Katastrophe« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Schon ein begrenzter Atomkrieg wäre eine globale humanitäre Katastrophe«

Studie von ICAN und IPPNW, 8.10.2019

Da Indien und Pakistan ihre Atomwaffenarsenale kontinuierlich ausbauen, könnten sie bis zum Jahr 2025 über bis zu 400-500 Atomwaffen verfügen, die zwischen 12 bis einige hundert Kilotonnen (KT) Sprengkraft hätten. Bei einem Einsatz von 100 strategischen Atomwaffen durch Indien und 150 Bomben durch Pakistan gegen städtische Ziele, würden 50 bis 125 Millionen umgehend sterben. Zudem würden Brände, die durch die Hitze entstehen, 16 bis 36 Teragramm Kohlenwasserstoff in Rauch freisetzen, je nach Sprengkraft. Dieser Rauch steigt in die obere Troposphäre. Von dort wird er in die Stratosphäre befördert und verbreitet sich innerhalb von Wochen über den Globus. Das Sonnenlicht über der Oberfläche sinkt um 20 bis 25 Prozent und kühlt 2° bis 5° Celsius ab. Niederschläge gehen global 15 bis 30 Prozent zurück, mit regionalen Schwankungen. Es dauert mindestens 10 Jahre bis wieder ein „normales“ Durchschnittslevel erreicht ist. Die primäre Produktivität (netto) wird um 15 bis 30 Prozent auf dem Land und 5 bis 15 Prozent in den Ozeanen reduziert. Dies bedeutet weltweite Hungersnot, Krankheiten und Konflikt weltweit.

Bisherige Studien schätzten, dass in einem Krieg zwischen Indien und Pakistan der Abwurf von 100 Atombomben in Hiroshima-Größe (ca. 15 KT Sprengkraft) auf städtische Industriezentren 22 Millionen Menschen in weniger als einer Woche töten würden. Die durch diese Waffen ausgelösten Brände würden zu weltweiten Klimastörungen und einer globalen Hungersnot führen, von der zwei Milliarden Menschen betroffen wären.

Ein Factsheet mit weiteren Informationen zur Studie finden Sie hier.

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