»Unter Jugendlichen auf dem Balkan zeigt sich eine überwältigende Unterstützung für die EU« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Unter Jugendlichen auf dem Balkan zeigt sich eine überwältigende Unterstützung für die EU«

Jugendstudie Südosteuropa der Friedrich-Ebert-Stiftung, 8.4.2019

Junge Menschen aus der Balkanregion befinden sich weiterhin in einem schwierigen Übergang ins Erwachsenenleben. Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist für sie beschwerlich und Arbeit häufig mit prekären Bedingungen verbunden. Ein informeller Status gehört anscheinend zu ihrem Leben, da ein erheblicher Teil der Jugend ihre Bildungssysteme als korrupt betrachtet; es zeigt sich aber auch Toleranz gegenüber informellen Praktiken.

Gleichzeitig zeigt sich unter den Jugendlichen überall in der Region eine überwältigende Unterstützung für die EU. Die Wahlbeteiligung ist relativ zufriedenstellend, aber selten gibt es Erfahrungen mit nicht-konventionellen Formen des politischen Engagements oder Ehrenämtern; die jungen Menschen berichten von geringem Interesse und wenig Kenntnis über Politik, klagen aber über unterdurchschnittliche Repräsentanz in der Politik. Aufgrund der ungünstigen Wirtschaftslage sind viele junge Menschen auf Unterstützung durch ihre Eltern angewiesen und müssen den Übergang in ein eigenständiges Leben und Familiengründung hinausschieben.

Solche Ergebnisse zeichnen das Bild sozioökonomischer und politischer Ausgrenzung, die die Strukturen der vorherrschend schwachen SOE-Demokratien wie auch das Wirtschaftspotenzial der Länder untergraben könnte, weil junge, von Existenzängsten überforderte Menschen ihr Glück woanders suchen. Sie sind auch ein Hinweis darauf, dass vielfältige Antworten aus der Politik gefragt sind, um die Jugend in SOE in die Lage zu versetzen, ihren Weg ins Erwachsenenleben zu gehen und sinnvoll zur Gesellschaft beizutragen.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

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