Artikel zum Thema Geschichte | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Artikel zum Thema Geschichte

Polnische Spaltung

von Mathias Wagner (2/2016)

Am 14. Dezember verglich EU-Parlamentspräsident Martin Schulz im „Deutschlandfunk“ die Übernahme der Regierungsverantwortung in Warschau durch die PiS mit einem Staatsstreich. Und tatsächlich scheint die handstreichartige Durchsetzung neuer Mediengesetze diese Ansicht ebenso zu bestätigen wie die vorherige Neubesetzung des höchsten Gerichts. […]

Die Geschichte kehrt zurück: Deutschlands fatale Rolle in Europa

von Hans Kundnani (2/2016)

Die Ereignisse seit Beginn der Eurokrise haben manche Annahme über die Europäische Union radikal in Frage gestellt. Gewiss, trotz der schärfer gewordenen Konflikte zwischen den EU-Mitgliedstaaten besteht weiter keine Kriegsgefahr innerhalb Europas. Krieg ist aber, wie wir seit Clausewitz wissen, lediglich ein Mittel der internationalen Politik. […]

Die Schweiz als Chamäleon

von Rudolf Walther (2/2016)

Derweil Deutschland und Teile EU-Europas in der Flüchtlingskrise schwer zu kämpfen haben, fühlt sich in der Schweiz vor allem die reaktionäre „Schweizerische Volkspartei“ bestätigt. […]

Zivilgesellschaft statt Sozialismus

von Reinhard Blomert (12/2015)

In der Oktober-Ausgabe der Blätter plädierte der Sozialphilosoph Axel Honneth für eine Neubesetzung des Begriffs Sozialismus. Einen Etikettenschwindel sieht darin der Sozialwissenschaftler Reinhard Blomert. […]

Schämt Euch!

Moralische Anklage als gewaltloser Widerstand

von Jennifer Jacquet (11/2015)

Um das Jahr 1800, mit Beginn der industriellen Revolution, erreichte der Mensch einen noch nie dagewesenen Status: Er wurde zu einer Kraft, die den gesamten Planeten veränderte. […]

Nama und Herero: Völkermord ohne Entschädigung?

von Anke Schwarzer (10/2015)

Es hat viele Jahrzehnte gedauert: Was in Dokumenten und Reden lange Zeit „trauriges Ereignis“, „dunkles Kapitel“ oder „Gewaltexzess“ hieß, bezeichnet die Bundesregierung seit Juli, wenn auch noch nicht ganz unumwunden, als Völkermord.[1] Es geht um die […]

Überschreiten und Unterwandern

Albert O. Hirschmans Odyssee durch das 20. Jahrhundert

von Tilman Evers (10/2015)

Es ist schwer zu erklären, warum der 100. Geburtstag von Albert O. Hirschman am 7. April dieses Jahres in Deutschland nahezu unbemerkt geblieben ist. Nur die „Frankfurter Rundschau“ brachte einen kurzen Artikel von Claus Leggewie. Dabei war Hirschman einer der unkonventionellsten und kreativsten Sozialwissenschaftler des vergangenen Jahrhunderts. […]

Der monströse Zauberberg

von Achim Engelberg (10/2015)

Spätestens seit dem Roman „Die Elenden von Lódz´“ (2009) gehört Steve Sem-Sandberg zu den prägnantesten Autoren Europas. Seitdem wird gefragt, ob der 1958 geborene Schwede nicht eine literarische Rekonstruktion des Ghettos unter der Naziherrschaft wagt, die nur Zeitzeugen erlaubt sein sollte. […]

Wider die Instrumentalisierung der Geschichte

Die neue deutsche Erinnerungspolitik seit 1990

von Günter Morsch (9/2015)

Mit großer medialer Resonanz wurden die Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag des Kriegsendes begangen. Sie stehen für einen tiefen Einschnitt in der deutschen Erinnerungskultur: Das Ende der Zeitzeugenschaft rückt immer näher. […]

70 Jahre Hiroshima: Ächtet die Bombe!

von Xanthe Hall (8/2015)

70 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki und 25 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges rücken Nuklearwaffen wieder ins politische Blickfeld: Sowohl Russland als auch die USA bringen ihre Arsenale auf den neuesten technischen Stand, von gemeinsamen Abrüstungsbemühungen ist derzeit nicht mehr die Rede. […]

Humboldt Forum: Das koloniale Vergessen

von Jürgen Zimmerer (7/2015)

Es ist das wohl bedeutendste kulturpolitische Projekt des noch jungen Jahrtausends in Deutschland und das größte in Europa, wie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, nicht ohne Stolz vermerkt. Zugleich ist es mit veranschlagten Kosten von 600 Mio. […]

Die Barbaren sind immer die Anderen

von Oliver Eberl (7/2015)

Als am 24. März der Airbus 4U9525 der Lufthansa-Tochter Germanwings in Südfrankreich absichtlich zum Absturz gebracht wurde, war danach in den Medien umgehend reißerisch vom „größten Massenmörder in der deutschen Geschichte des 21. Jahrhunderts“ die Rede. […]

Marxistischer Feminismus: Die Revolution der Revolution

von Melanie Stitz (7/2015)

Im Frühjahr dieses Jahres folgten fast 600 marxistische Feministinnen aus 20 Ländern der Einladung des Berliner Instituts für kritische Theorie (InkriT) und der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu einem Kongress in Berlin. […]

Militanter Antikommunismus

von Peter Brandt (6/2015)

Nur Zeitzeugen und Kennern der frühen Nachkriegsgeschichte wird die „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ (KgU) heute noch etwas sagen. Das war in der Hochzeit des Kalten Krieges in beiden deutschen Staaten anders. Namentlich im noch nicht durch die Mauer geteilten Berlin kannte wohl fast jeder die berühmt-berüchtigte Organisation. […]

70 Jahre Befreiung: Deutsche Kälte, deutsches Glück

von Albrecht von Lucke (5/2015)

70 Jahre sind, aus historischer Sicht, eine Petitesse. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 trennen uns heute nur gut zwei Generationen. Und tatsächlich scheinen die Mentalitäten und Einstellungen zahlreicher Deutscher, ob alt oder jung, in erschreckender Weise unverändert. […]

Arabisches Inferno

Der Westen und der Mittlere Osten

von William Pfaff (5/2015)

Seit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs im Gefolge des Ersten Weltkriegs steckt der arabisch-islamische Raum in einer tiefen Krise, deren Überwindung nur von innen heraus gelingen kann. Es handelt sich um eine gleichermaßen politische wie religiöse Krise, einen geschichtlichen Vorgang, den man mit dem Dreißigjährigen Krieg in Europa vergleichen könnte. […]

Völker und Mord

von Annett Mängel (5/2015)

Man muss ihn einfach lieben, diesen Papst! Anfang April sorgte Franziskus wieder einmal für Aufregung. Doch diesmal ging es weder um die verträgliche Kinderzahl (nicht mehr als drei!) noch um nachhaltige Kinderzüchtigung (Klapps auf den Kopf, aber immer aus Liebe!). […]

Gewalttätigkeit ist wieder gesellschaftsfähig

von Günter Grass (5/2015)

Am 13. April starb im Alter von 87 Jahren der Schriftsteller und Bildhauer Günter Grass. 1999 mit dem Nobelpreis für sein literarisches Werk ausgezeichnet, war er stets auch ein eminenter homo politicus. Daher dokumentieren wir den ersten Teil seiner hellsichtigen Rede zum 1. Mai aus dem Jahre 1968 (gehalten in Hildesheim). […]

Marx in Marburg

von Gerhard Weiß (5/2015)

In zwei hessischen Universitätsstädten bildeten sich nach dem Zweiten Weltkrieg Schulen heraus, die einen prägenden Einfluss auf die linke Debatte in der Bundesrepublik nehmen sollten. Neben der bekannteren Frankfurter Schule um Max Horkheimer und Theodor W. Adorno entstand eine Marburger Schule um den Politikwissenschaftler und Juristen Wolfgang Abendroth. […]

»Anerkennung jetzt – Keine Relativierung des Genozids an den Armeniern«

Offener Brief von 150 deutschen Wissenschaftlern an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, 16.4.2015

Wir, die Unterzeichnenden, appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags:Vergeben Sie die historische Chance nicht, den Opfern, den Überlebenden und den Nachfahren des Völkermords an den Armeniern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. […]

Kambodscha: Genozid ohne Täter?

von Nando Belardi (4/2015)

Vor 40 Jahren, am 17. April 1975, begann der Einmarsch der Roten Khmer in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh. […]

USA: Primat statt Hegemonie

von Joseph S. Nye (4/2015)

Kein Land in der modernen Geschichte hatte je eine solch globale Militärmacht wie die USA. Trotzdem argumentieren einige Analysten nun, dass das Land in den Spuren Großbritanniens wandele – dem letzten globalen Hegemon, der einen Niedergang erlebte. Diese historische Analogie führt jedoch trotz ihrer wachsenden Popularität in die Irre. […]

»Israel, ich bleibe!«

Als Deutscher unter Deutschen

von Micha Brumlik (4/2015)

Petzow am Schwielowsee, März 2015. So schön sie sein mag, die Landschaft, so elegisch doch auch, zumal in diesem Frühjahr, dem kein ordentlicher Winter voranging, so dass an vielen Bäumen noch das Herbstlaub hängt. […]

Großmächte im Gleichgewicht

Bismarcks Werk und Erbe

von Ernst Engelberg (4/2015)

Am 1. April jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag Otto von Bismarcks, des einzigen deutschen Politikers von Weltrang am Beginn des Industriezeitalters. Seine zentrale Frage – welche Rolle kann und sollte Deutschland als stärkstes Land in Europa spielen – ist heute aktueller denn je. […]

Eine »Ära der Säuberungen«: Der Völkermord an den Armeniern

von Rolf Hosfeld (4/2015)

Als am 16. März 1915 der deutsche Konsul Paul Schwarz auf einer Reise von Erzurum nach Istanbul im zentralanatolischen Harput eintraf,[1] hatte sich für ihn spürbar etwas im Land verändert. Am Abend machte er dem Vali Sabit Bey seine Aufwartung. […]

»Unser Marsch ist noch nicht beendet.«

Rede des US-Präsidenten Barack Obama anlässlich des 50. Jahrestags der Niederschlagung des Protestmarsches der Bürgerrechtsbewegung in Selma, 7.3.2015 (engl. Originalfassung)

Obama’s speech in Selma "It is a rare honor in this life to follow one of your heroes. And John Lewis is one of my heroes. […]

Die Beharrlichkeit des Krieges

Gewalt und Gegengewalt seit dem Ende der Bipolarität

von Lothar Brock (3/2015)

Was für ein Jahresauftakt: Infernalischer Terror im Nahen Osten, in Afrika, aber auch in Paris, im Herzen Westeuropas, außerdem ein Krieg in der Ostukraine durch russische Waffenlieferungen an die Separatisten – und damit, bei Waffenlieferungen des Westens an die Gegenseite, die Gefahr eines neuen Stellvertreterkrieges mit unbegrenztem Eskalationspotential. […]

Die offenen Fenster von 1990

Die deutsche Einheit und die vertane Chance auf Frieden in Europa

von Hans Misselwitz (3/2015)

Wenn in diesem Jahr der deutschen Einheit vor 25 Jahren gedacht wird, überwiegen ganz eindeutig die positiven Einschätzungen. […]

Die zarenlose, die schreckliche Zeit?

von Achim Engelberg (3/2015)

Über Orlando Figes‘ 1996 erschienenes Werk „Die Tragödie eines Volkes. Die Epoche der Russischen Revolution 1891 bis 1924“ schrieb der höchst sachkundige Eric Hobsbawm, es „wird mehr zum Verständnis der Russischen Revolution beitragen als irgendein anderes Buch, das ich kenne“. […]

»Individuelle Forderungen können nach wie vor geltend gemacht werden«

Offener Brief des Rechtsanwalts Joachim Lau an Bundespräsident Joachim Gauck bezüglich offener Entschädigungsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg, 4.2.2015

Sehr geehrter Herr Präsident Joachim GAUCK! […]

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