Ausgabe April 2000

Wege zum zivilen Frieden

Nachbürgerkriegssituationen im Vergleich

Für Bürgerkriege wie für andere Kriege gilt, daß sie irgendwann enden. In den meisten Fällen werden sie durch den Sieg einer Partei und die Niederlage einer anderen zu Ende gebracht 1) - so die historischen Beispiele des amerikanischen, des russischen und des spanischen Bürgerkriegs oder in jüngerer Vergangenheit des jemenitischen. In wenigen Fällen kommt es zu einer von außen erzwungenen Kriegsbeendigung; manchmal führen Ermüdung oder Siegunfähigkeit der relevanten Akteure zu verhandelten Kompromissen und Friedensabkommen. Dabei gelten die Fälle, in denen ein Krieg, mit oder ohne ausländischen Druck, durch verhandelte Abkommen beendet wurde, als die schwierigsten: Im statistischen Vergleich sind sie weniger stabil als "Lösungen", die durch den militärischen Sieg einer Seite zustande kommen, und insofern die härteren Testfälle für Politik und politische Verschreibungen. 2)

Unser Interesse gilt hier der Nachkriegszeit, den Problemen, die anfangen, wenn der Bürgerkrieg aufhört. Für die politische Praxis ist dies eine unattraktive, meist auch unspektakuläre Phase.

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In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

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