Ausgabe Dezember 2000

Merkel, Merz & Meyer

Ein bisschen geistliche Rüste hätte Friedrich Merz ohne Zweifel gut getan. Dieser Tage kann der Unions-Fraktionschef indes nicht einmal unter katholischen Dächern ein Heimspiel erwarten. Als Merz unlängst im großen Saal der katholischen Akademie zu Berlin, demselben, in dem donnerstags der Bundestagausschuss den CDU-Finanzskandal untersucht, über die Zukunft des "C" in seiner Partei diskutierte, legte sein Podiumsnachbar Hans Langendörfer jedenfalls schon nach fünf Minuten ziemlich direkt seinen Finger in die große konservative Wunde. Der Spielraum für die Union sei ziemlich klein geworden, befand der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz. Und zitierte zur Erklärung freimütig Thesen, die man sonst eher von linksliberalen Sozialwissenschaftlern gewohnt ist: Erstens lasse der christlichkonservative Habitus in einer individualisierten Gesellschaft die Mehrheit ziemlich kalt. Zweitens teile die christliche Sozialethik, auf die sich CDU und CSU stets stolz beriefen, bei den derzeit drängenden Fragen nach dem Für und Wider von Globalisierung oder medizinischem Fortschritt "nicht selten die allgemeine Ratlosigkeit". Drittens habe die politische Konkurrenz viele " Modernisierungsziele " übernommen, die ursprünglich von der Union formuliert, aber niemals verwirklicht worden waren.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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