Ausgabe November 2000

Eine Liebe in Wuppertal

Die Stille nach dem Unfall dauert. Sissi ist von einem Tanklaster überfahren worden, unter den sich Bodo vor seinen Verfolgern verknecht. Bei den Auspuffrohren treffen die künftigen Liebenden sich: Die junge Frau kriegt keine Luft, und er ist sofort mit der richtigen medizinischen Behandlung zur Stelle: Beherzt setzt er ihr mit dem Taschenmesser einen Schnitt in die Luftröhre, und daß sowas Tracheotomie heißt, weiß er vielleicht sogar auch. Der sonst eher selten fällige Eingriff dient hier der spektakulären Inszenierung einer Liebes-Geburt, skurril und realistisch zugleich, mit Stöhnen, Blutspritzern und Flüstermonolog. Und obwohl die Frau bei der Begegnung nicht ganz bei sich ist, hat sie Feuer gefangen und kämpft nun beharrlich den ganzen Film lang um den Mann, oder besser: um die Erfüllung ihres Liebesschicksals, weil, so der Regisseur, "jemand, der liebt, eine wahnsinnige Kraft und beinahe Penetranz entwickeln kann, wenn es darum geht, die Barrieren des anderen zu überwinden, die Verweigerung zu brechen.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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