Ausgabe Januar 2001

Unstimmigkeiten in Florida

George W. Bush mag keine Handauszählungen von Wählervoten, zumindest nicht in Florida. Der Grund liegt auf der Hand: die Gefahr, in diesem Bundestaat seinen ausgesprochen knappen Vorsprung von 537 (bei insgesamt 6 Millionen abgegebenen) Stimmen auf Al Gore durch recount der ca. 43 000 undervotes zu verlieren. Bei den undervotes waren die Zählmaschinen oder die Wahlauszähler außerstande festzustellen, wem die Stimme gelten sollte.

„Unterzählt“ wurde vor allem in jenen Wahlbezirken, in denen das „Lochkartensystem“ zum Einsatz kam. Dort mußten die Wählerinnen und Wähler Geräte benutzen, die Löcher in die Stimmzetteln stanzen. Zählmaschinen übernahmen die Auswertung der Stimmzettel. Dieses System ist fehleranfällig; die Maschinen zählen nicht alle Stimmzettel, vor allem dann nicht, wenn die beim Stanzen entstehenden Schnipsel nicht ganz herausgefallen sind. Selbst Texas beschloß kürzlich ein – von Gouverneur George W. Bush unterzeichnetes – Gesetz, das bei knappen Wahlresultaten Nachzählungen von Hand vorsieht. Der Mensch ist in diesem Fall der Maschine überlegen.

Nach Angaben des „Miami Herald“ (2.

Sie haben etwa 39% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 61% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo