Ausgabe Juli 2001

Bioethische Signale

Über die Wiederentdeckung der Menschenwürde

Auf einmal kennt unsere Politik keine Parteien mehr. Der Fraktionszwang ist aufgehoben. Ausnahmsweise sollen die Mitglieder des Hohen Hauses nur die Stimme ihres Gewissens sprechen lassen. Abgeordnete verschiedener Parteien beleben ein übergreifendes "Bündnis Menschenwürde". (Auf solch ein Bündnis hätten wir in Sachen Rente zum Beispiel lange warten können.) Man rühmt die ehrbaren Motive von Forschem und versichert Verständnis für die individuellen Gewissensnöte von werdenden Eltern, die Gesellschaft "drumherum" aber kommt bestenfalls am Rande vor. Alle reden von Bioethik, von Bioökonomie so gut wie keine(r). Alle reden vom naturwissenschaftlichen Fortschritt, kaum eine(r) von den gesellschaftlichen Rückschritten. Und ständig grüßt das Grundgesetz.

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Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

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