Ausgabe April 2002

Afrika sucht seine Strategie

Die deutsche Entwicklungs- und Afrikapolitik entschlummerte zu Beginn der rot-grünen Regierungskoalition zumindest hinsichtlich eines öffentlichen Diskurses sanft - sehr zum Unmut jener, die sich vom grünen Element der neuen Allianz gerade auch in diesen Bereichen Alternativen versprochen hatten. Immerhin sind die Führungsetagen sowohl im Entwicklungs- wie dem Außenministerium mittlerweile auch von ehemaligen Aktivisten einer Dritte-Welt-Bewegung okkupiert, die sich während der 70er und 80er Jahre für internationale Solidarität engagiert hatten. 1)

Inzwischen scheint die deutsche Afrika-Politik aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst worden zu sein. Es wäre zu viel der Ehre, dies alleine einem im Oktober 2000 von sechs einschlägig zu Afrika arbeitenden Wissenschaftlern verbreiteten und in der Folge kontrovers diskutierten Afrika-Memorandum anrechnen zu wollen, wenngleich dieses neuen Schwung in die Auseinandersetzungen brachte und für vielfältige Resonanz sorgte. 2) So wird in jüngerer Zeit in einem Ausmaß die politische Debatte geführt, das in einer aktuellen Zusammenschau als "eine kleine Renaissance" gewürdigt wird.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

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