Ausgabe September 2002

Mit WorldCom in den großen Crash?

Im Sommer 2002 befindet sich die Welt in einer tiefen Börsenkrise. Seit ihren Höchstständen im ersten Quartal 2000 sind der amerikanische Aktienindex Dow Jones um ein Drittel, der Eurostoxx um zwei Fünftel und der deutsche DAX um über die Hälfte gefallen. Der japanische Nikkei-Index liegt ohnehin schon seit vielen Jahren danieder und dümpelt gegenwärtig bei einem Viertel seines Höchststands von Anfang der 90er Jahre. Der Rückgang der Indexwerte auf den technologieorientierten Neuen Märkten ist noch drastischer: In den USA fielen sie um vier Fünftel, in Deutschland um über neun Zehntel. Mit Enron, WorldCom, Vivendi und Kirch sind bereits einzelne große Konzerne zusammengebrochen, die zur Avantgarde der "New Economy" zählten.

Die Frage ist, ob die Finanzkrise sich weiter in die Güterwirtschaft hinein fortsetzen und sie in einen wirtschaftlichen Strudel mit unabsehbaren Folgen für Beschäftigung und Einkommen der Menschen hineinziehen wird wie es für viele Länder der Dritten Welt bereits katastrophale Realität ist. Die Börsenkrise läuft nach dem klassischen Muster einer Finanzkrise ab: Der Euphorie folgt die Panik an den Finanzmärkten.

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Aktuelle Ausgabe Mai 2020

In der Mai-Ausgabe analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neue der Coronakrise, deren ökonomische Folgen uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen werden. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert – vor allem gegen die USA. Der Historiker Yuval Noah Harari mahnt, dass wir Herausforderungen wie Covid-19 nur in globaler Kooperation bewältigen können. „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke erörtert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann – und muss. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

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