Ausgabe November 2003

Krieg und Nachkrieg

Außergewöhnlich scharf hat der amerikanische Militärhistoriker Frederick W. Kagan, gestützt auf die Analyse der Fälle Afghanistan und Irak, die Kriegsund Nachkriegskonzepte der Bush-Administration kritisiert. Die gegenwärtigen Reformprogramme des Pentagon ignorierten den Zusammenhang zwischen der Art der Kriegführung und der Realisierbarkeit politischer Ziele. Fred Kagans Studie erschien unter dem Titel "War and Aftermath" in "Policy Review" (120/2003, August-September), der Zweimonatszeitschrift der konservativen Hoover Foundation, die auch die amerikanische Urfassung des Essays "Power and Weakness" seines Bruders Robert veröffentlichte (vgl. "Blätter", 10/2002, S.1194-1206). Mit freundlicher Genehmigung Frederick Kagans und der "Policy Review" stellen wir im Folgenden eine Kurzfassung seiner Thesen in eigener Übersetzung vor. – D.Red.

Die Vereinigten Staaten haben soeben zwei Kriege gegen Feinde geführt, die als schwer besiegbar galten, und beide eindeutig, rasch und mit minimalen Verlusten gewonnen. Beide Male beeindruckte die militärische Leistung. Doch zeigten die USA sich in beiden Fällen weit weniger erfolgreich dabei, den Frieden zu gewinnen als den Krieg.

Warum? Der Errichtung stabiler politischer Gebilde in Kabul und Bagdad standen immer beträchtliche Hindernisse im Wege.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Bild: imago images / UPI Photo

Nach Trump: Aussichten auf den Bürgerkrieg

von Alexander Hurst

US-Präsident Donald Trump prahlt immer wieder mit der Muskelkraft seiner Anhänger, was seiner zunehmend bedrängten Präsidentschaft einen drohenden Unterton verleiht. „Ordnungskräfte, Militär, Bauarbeiter, Bikers for Trump… Das sind harte Leute“, sagte er 2018 bei einer Wahlveranstaltung in St. Louis, Missouri.

Die Einflüsterer des Präsidenten: Fox News und Donald Trump

von Klaus Kamps

Erstaunliche Meldungen waren das, in der Tat: US-Präsident Donald Trump möchte Grönland kaufen, befiehlt amerikanischen Unternehmen, China zu verlassen, erklärt den Chef der amerikanischen Zentralbank zum Feind – und beschwert sich über seinen Lieblingssender, „Fox News“, weil dort nicht nur schlechte Umfragewerte über ihn zu hören waren, son

Die Wirtschaft, die wir brauchen

Bild: sol/Unsplash

Die Wirtschaft, die wir brauchen

von Joseph E. Stiglitz

Für große Teile der Menschen in den westlichen Industrienationen funktioniert die Markwirtschaft nicht mehr. Wir brauchen daher einen progressiven Kapitalismus, der sich durch Regulierungen, Reformen und einen neuen Gesellschaftsvertrag auszeichnet.