Ausgabe März 2004

Postmoderne Guerilla

10 Jahre Aufstand, 20 Jahre Zapatistas

Das Doppeljubiläum des Zapatistischen Heeres der Nationalen Befreiung (EZLN) in Mexiko – der 20. Jahrestag seiner Gründung und der 10. Jahrestag des zapatistischen Aufstandes – bietet Anlass, die Frage von Widerstand in einer globalisierten Welt mit unzähligen Ausgestoßenen neu zu stellen und dabei zugleich auch Begriffe wie Macht, Widerstand und Gemeinschaft zu überdenken.

Gewissermaßen als Neujahresüberraschung trat das Zapatistische Heer der Nationalen Befreiung am 1. Januar 1994 – dem Tag der Gründung der Nordamerikanischen Freihandelszone (NAFTA) – in das morbide politische Bewusstsein des krisengeschüttelten Mexikos und recht bald in das der Weltöffentlichkeit. Die Gründung der Guerilla zehn Jahre zuvor, am 17. November 1983, im Lakandonischen Urwald war hingegen weitgehend unbemerkt geblieben. Als dann 1994 in den frühen Morgenstunden tausende vermummte Indigenas die bekannteste Stadt der Provinz Chiapas, San Cristóbal de las Casas, und weitere sechs Bezirkshauptstädte besetzten, schien das wie ein unzeitgemäßer Traum – den einen ein Alptraum, den anderen ein Hoffnungstraum. Glaubte man doch die Guerilla, wie sie Ende der 60er und in den 70er Jahren in Mexiko existierte, längst tot.

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema