Ausgabe Dezember 2005

Demographie und Demagogie

Wissenschaft und Interesse bei Herwig Birg und Charlotte Höhn

Spätestens seit Frank Schirrmachers alarmistischem Bestseller1 ist die demographische Entwicklung der bundesdeutschen Gesellschaft in aller Munde. Dabei wurde sie von Politik und Öffentlichkeit lange Zeit überhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder, sofern dies doch geschah, bagatellisiert.

Spätestens seit Frank Schirrmachers alarmistischem Bestseller1 ist die demographische Entwicklung der bundesdeutschen Gesellschaft in aller Munde. Dabei wurde sie von Politik und Öffentlichkeit lange Zeit überhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder, sofern dies doch geschah, bagatellisiert. Der Zeitgeist gefiel sich in der Verharmlosung existenzieller Zukunftsprobleme, die aus dem Bevölkerungsschwund und der schnellen Alterung der Gesellschaft erwachsen.

So fanden die Vorausberechnungen der Bevölkerungsentwicklung wenig Beachtung, und notwendige Maßnahmen gegen den – im Prinzip seit den 80er Jahren bekannten – Trend blieben weitgehend aus. Noch 1996 wurde die von Bundessozialminister Norbert Blüm für die Rentenreform vorgeschlagene Berücksichtigung des „demographischen Faktors“ von der Opposition mit bestürzender Oberflächlichkeit vom Tisch gewischt.

Dies änderte sich allerdings wenige Jahre später geradezu schlagartig.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2020

In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema