Ausgabe Dezember 2006

Friedensmissionen - Erfolg und Scheitern

Seit 1995 stehen deutsche Soldaten in Bosnien-Herzegowina, seit 1999 im Kosovo, seit 2002 in Afghanistan und am Horn von Afrika – und neuerdings auch im Kongo und im Libanon. Damit reiht sich die deutsche Außenpolitik anscheinend problemlos in die internationale Entwicklung der letzten Jahre ein. Seit Ende des Kalten Krieges ist die Zahl der internationalen Interventionstruppen zur Konflikteinhegung und Friedenskonsolidierung insgesamt stark angestiegen. Zwischen 1948 und 1990 gab es 42 sogenannte Friedensmissionen mit militärischer Beteiligung; seither haben weitere 83 Friedenseinsätze stattgefunden, also mehr als doppelt so viele in knapp einem Drittel der Zeit.1Wie aber sieht, zum Ende der Ära des UN-Generalsekretärs Kofi Annan, die Erfolgsbilanz der internationalen Krisenintervention aus?

Viele dieser Einsätze sind nach wie vor hoch umstritten, wie zuletzt die Debatte über die Entsendung deutscher Soldaten in die Demokratische Republik Kongo gezeigt hat. Dabei scheinen die nackten Zahlen der intensivierten Konfliktintervention durchaus Recht zu geben. So stellt der 2005 veröffentlichte erste „Human Security Report“ fest, dass die Zahl der bewaffneten Konflikte seit Anfang der 90er Jahre stark abgenommen hat, nämlich von 50 im Jahr 1992 auf 29 im Jahr 2003.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema