Ausgabe Mai 2006

Linksfusion mit Hindernissen

Die Euphorie war groß. Nach dem Achtungserfolg der „Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ (WASG) bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2005 und dem Übertritt des früheren SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine strömten der im Protest gegen die Hartz-Reformen entstandenen Partei tausende neuer Mitglieder zu. Angesichts der von Gerhard Schröder überstürzt angesetzten Neuwahlen zum Bundestag schmiedeten WASG und PDS eine Wahlallianz, in der viele die „historische Chance“ sahen, erstmals eine Formation links von der SPD im bundesdeutschen Parteiensystem zu etablieren.1 Gekrönt wurde dieser Sommer des Aufbruchs schließlich durch das Ergebnis der Bundestagswahl im September, bei der „Die Linke“ 8,7 Prozent der abgegebenen Stimmen sowie 54 Mandate erringen konnte und damit auf Anhieb stärker wurde als die Grünen.

Ein gutes halbes Jahr später ist die Euphorie verflogen. Im März gelang es der WASG bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland- Pfalz nicht, die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden. Mit 3,1 bzw. 2,5 Prozent der Stimmen scheiterte die Partei auf dem Niveau der NRW-Wahl, was jedoch inzwischen – gerade angesichts der großen Koalition im Bund – keinen Achtungserfolg mehr darstellt, sondern Stagnation bedeutet. In Sachsen-Anhalt schließlich konnte die Linkspartei.

Cover Mai 2006

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Aktuelle Ausgabe Mai 2020

In der Mai-Ausgabe analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neue der Coronakrise, deren ökonomische Folgen uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen werden. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert – vor allem gegen die USA. Der Historiker Yuval Noah Harari mahnt, dass wir Herausforderungen wie Covid-19 nur in globaler Kooperation bewältigen können. „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke erörtert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann – und muss. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

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