Ausgabe Oktober 2007

Die Krise des Spekulationskapitalismus

Schon wieder geht sie um, die große Angst vor dem Börsen-Crash. Dabei sollten die Mega-Spekulanten in den Banken und Fonds in ihrer rasenden Jagd nach Rendite eigentlich längst eines „Besseren“ belehrt sein: Keine sieben Jahre ist es nämlich erst her, dass mit der New-Economy-Blase die Illusion von der Börse als einem Roulette mit permanenter Gewinngarantie geplatzt ist. Doch seit Ende Juli wird die Weltwirtschaft durch eine neue, überraschend harte Krise der Finanzmärkte geschockt. Damit geraten die internationalen Finanzmärkte in diesem noch so jungen Jahrhundert schon zum zweiten Mal aus den Fugen – und dies absehbarerweise in immer kürzeren Abständen.

Trotz der vollmundigen Absichtserklärungen nach dem letzten Börsenabsturz fehlt offensichtlich immer noch der Mut zur Regulierung der Finanzmärkte, um auf diese Weise deren durch Spekulationen angetriebene Abkoppelung von der Produktionswirtschaft in Zukunft zu verhindern. Im Gegenteil: Wie die jüngste Immobilienkrise zeigt, sind in letzter Zeit scheinbar seriöse „Finanzinnovationen“ geschaffen worden. Dabei handelt es sich in Wirklichkeit jedoch um hoch riskante und vor allem unseriöse Finanzierungsinstrumente, die zum Teil gezielt an den Aufsichtsbehörden der Kapitalmärkte vorbei kreiert worden sind.

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema