Ausgabe Juni 2009

Das Versagen der Landesbanken

Die Weltfinanzkrise hat in der Bundesrepublik nicht nur die Privatbanken, sondern gerade auch den öffentlich-rechtlichen Finanzsektor hart getroffen. Quasi über Nacht rutschten mehrere Landesbanken tief in die roten Zahlen. In der Folge wurde die SachsenLB an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) notverkauft, BayernLB und WestLB häuften gigantische Verluste auf, und durch die Krise der HSH Nordbank geriet das Land Schleswig-Holstein gar an den Rand der Zahlungsunfähigkeit.

Zwar lässt sich der von Marktliberalen erzeugte und medial verstärkte Eindruck, die Krise sei in erster Linie eine Krise der öffentlich-rechtlichen Banken, mit Verweis auf die miserablen Bilanzen etwa von Commerzbank und Hypo Real Estate leicht widerlegen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass auch die Landesbanken versagt haben. Dies wiederum verdient eine besondere Kritik, denn schließlich muss der Anspruch an öffentliche Banken lauten, dass sie ein sorgsameres, solideres und stärker am Gemeinwohl orientiertes Geschäft verfolgen als die Privatbanken.

Auf der anderen Seite hat sich seit September 2008 gezeigt, dass solche soliden Geschäftsmodelle eben auch und gerade im öffentlich-rechtlichen Bankensektor zu finden sind: nämlich bei den Sparkassen.

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