Ausgabe November 2010

Die deutschen Kennedys

Ich sage Ihnen, als Medienprofi sage ich Ihnen: Wir haben sie! Die deutschen Kennedys. Er immer smart wie ein iPhone und sie kühl & knackig & zugleich sexy, Karl-Theodor und Stephanie. Wir werden sie die „Guttis“ nennen. Das hat so einen Klang wie Goodies, Goodies good for Germany, oder so ähnlich.

Sehen Sie, die Merkel ist out, bei der versteht ja jeder nur noch Bahnhof – sehr unpopulär zurzeit. Umfragen und Mundwinkel: Alles nach unten. Aber unser fescher Freiherr, der geht auf so eine Afghanistan-Beerdigung, eine echte Schlechte-Nachrichten-Veranstaltung, und fordert glatt einen „offenen und ehrlichen“ Umgang mit dem Krieg. Das nenne ich offensiv.

Da schickt einer Leute zum Umbringen oder Umgebrachtwerden in irgend so ein Ausland, die kommen dann tot zurück oder kaputt, und der macht jetzt nicht den Tut-mir-aber-leid-Heinz, soll nicht wieder vorkommen. Nee, der setzt noch einen drauf: „Wir lassen junge Menschen schwören, für unser Land tapfer zu sein. Dann sind sie es und sterben tapfer für uns.“ Das ist doch mindestens so gut wie dieser Kennedy-Hammer damals: Frage nicht, ob Dein Land stirbt, frage lieber, wo Du für Dein Land sterben kannst, oder so ähnlich.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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