Ausgabe Februar 2011

Südsudan - Afrikas neuer Staat

Auch wenn die endgültigen Ergebnisse erst im Februar veröffentlicht werden: Mit dem Referendum vom 9. Januar d.J. dürfte der Südsudan sich mit überwältigender Mehrheit für die nationale Unabhängigkeit entschieden haben. Die offizielle Staatsgründung ist für Juli zu erwarten. Damit wird der fünfjährige Friedensprozess, mit dem der lang anhaltende Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd beendet wurde, auf eine nur als historisch zu bezeichnende Weise besiegelt. Der Sudan verliert ein Drittel seines Territoriums, und im Süden entsteht ein neuer, wenn auch schwacher Staat, der 54. in Afrika.

Tatsächlich handelt es sich um eine bemerkenswerte Wendung: Der international isolierte sudanesische Präsident Omar al-Baschir, gegen den ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs vorliegt, hat nun selbst, allen Widerständen im Lande zum Trotz, die friedliche Loslösung des Südens ermöglicht. Gewiss, theoretisch war ein Votum der Südsudanesen für den Verbleib im Gesamtsudan möglich. Nur tatsächlich erwartet hat dies niemand. Auch die Regierung in Khartum ging stets davon aus, dass die Südsudanesen sich für die Sezession, für einen eigenen Staat entscheiden würden. Staatspräsident al-Baschir und seine Regierung wiederholten im Vorfeld jeden Tag aufs Neue, dass sie das Ergebnis des Referendums respektieren würden.

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe August 2020

In der Augustausgabe beleuchtet Masha Gessen die clanartigen Strukturen von Trumps Mafia-Staat. Michael Tomasky sieht den designierten Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf dem Weg nach links – und erkennt bei dem US-Demokraten gar rooseveltsche Ambitionen. Wieslaw Jurczenko analysiert die Ursachen des Wirecard-Desasters und damit das Totalversagen der deutschen Finanzaufsicht. Raul Zelik fordert, die Eigentumsverhältnisse wieder in den Blick zu nehmen, um so den Sozialismusbegriff wiederzubeleben. Und Klaus Vieweg befreit Hegel, der vor knapp 250 Jahren geboren wurde, vom Totalitarismusverdacht.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Afrika: Die zweifache Katastrophe

von Simone Schlindwein

Es sind grausame Szenarien, die für Afrika projiziert werden. Von „zehn Millionen Toten“ durch das Coronavirus auf dem Kontinent warnte Microsoft-Gründer Bill Gates bereits im Februar: Ein massiver Ausbruch würde die ohnehin maroden Gesundheitssysteme Afrikas „überwältigen“ und dadurch zu einem Massensterben führen, erklärte er. Die Warnung Gates‘ kam nur wenige Stunden bevor in Ägypten der erste Covid-19-Fall auf dem Kontinent bestätigt wurde. Seitdem breitet sich das Virus stetig weiter gen Süden aus und mit ihm auch die Angst.