Ausgabe Juli 2013

Castorfahrt nach Nirgendwo

Das Wort vom „historischen Tag“ machte die Runde, als Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) Anfang April euphorisch verkündete, dass in einem parteiübergreifenden Konsens das „letzte strittige Thema des Atomzeitalters einvernehmlich geregelt“ worden sei. Zusammen mit seinen Vorgängern Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) und Sigmar Gabriel (SPD) sowie den Ministerpräsidenten Stephan Weil (Niedersachsen, SPD) und Winfried Kretschmann (Baden-Württemberg, Bündnis 90/Die Grünen) feierte er die große Einigung von Bund und Ländern mit vier der fünf Bundestagsfraktionen: Die Suche nach einem geeigneten Lagerplatz für den hochradioaktiven Atommüll solle nun neu beginnen, bundesweit auf einer „weißen Landkarte“, ergebnisoffen und transparent, streng nach wissenschaftlichen Kriterien.

Doch dass das „Standortauswahlgesetz“ tatsächlich wie gewünscht noch in dieser Legislaturperiode im Bundestag verabschiedet wird, stand schon Anfang Juni wieder auf der Kippe: Umstritten war die Lagerung der letzten 26 Castor-Behälter, die noch aus den Plutoniumfabriken im französischen La Hague und im britischen Sellafield zurückgenommen werden müssen – und die nicht mehr in Gorleben zwischengelagert werden sollen.

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