Ausgabe Januar 2017

Das Scheitern der Identitätspolitik

Trumps Amerika: Lehren für die Linke

Das progressive Amerika verarbeitet noch den Schock der unerwarteten Wahl Donald Trumps. Eine intensive Debatte um die eigenen Fehler ist im vollen Gange, aus der wir drei wichtige Stimmen präsentieren: Die Feministin Joan C. Williams untersucht, warum so viele Arbeiter von den Demokraten zu Trump umschwenkten und wirft einen genauen Blick auf die Kultur und Werte in den amerikanischen Industriestädten. Der Publizist Mark Lilla wiederum fragt in einem viel diskutierten Essay, welche Rolle die im linksliberalen Milieu vorherrschende Identitätspolitik für die Wahlniederlage gespielt hat. Einen anderen Fokus wählt die Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie. Sie beleuchtet die sprachlichen Grenzverschiebungen rund um die Wahl und plädiert für ein offensives Auftreten gegen rechte Hetze. – D. Red.

Amerikas Bevölkerung ist heute bunter gemischt denn je, und es ist schön, dieser Entwicklung zuzuschauen.[1] Besucher aus anderen Ländern – besonders aus solchen, die sich schwertun mit der Eingliederung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und Religionen – sind verblüfft, wie gut wir das schaffen. Nicht perfekt natürlich, aber derzeit doch besser als irgendeine europäische oder asiatische Nation. Das ist eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte.

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Aktuelle Ausgabe Mai 2020

In der Mai-Ausgabe analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neue der Coronakrise, deren ökonomische Folgen uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen werden. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert – vor allem gegen die USA. Der Historiker Yuval Noah Harari mahnt, dass wir Herausforderungen wie Covid-19 nur in globaler Kooperation bewältigen können. „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke erörtert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann – und muss. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

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