Ausgabe Januar 2017

Von Lenin bis Castro: Die Dialektik des Scheiterns

Am 25. November 2016 starb Fidel Castro. Sein Begräbnis war der letzte Akt der Geschichte des Kommunismus des 20. Jahrhunderts. Diese Epoche wurde geprägt durch Führungspersönlichkeiten, die mit einem besonderen Charisma ausgestattet schienen. Dabei hatte sich speziell Fidel Castro, so bitter dies festzustellen ist, politisch schon lange selbst überlebt. Seine Ausstrahlung aber hatte er, obschon schwer gezeichnet durch Krankheit und Verfall, nie ganz verloren. Die Ideen, denen er sich verpflichtet sah, sein Kampfes- und Gestaltungswille wirkten nach wie das Strahlen eines längst verloschenen Sterns. Castro war aus der Zeit gefallen, oder genauer: Die Zeit, das neue 21. Jahrhundert, hatte ihn hinter sich gelassen.

 Was vor fast genau einhundert Jahren, mit der Rückkehr Lenins im April 1917 aus dem Schweizer Exil, begann, nämlich die charismatische Geschichte des Kommunismus, fand so mit dem Tode Castros sein spätes Ende.

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In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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