Ausgabe August 2019

Die Gewerkschaften gegen die Klimakrise

Bild: imago images / snapshot

In der Juli-Ausgabe hatte »Blätter«-Mitherausgeber Ulrich Brand den Gewerkschaften vorgeworfen, sie seien zu sehr auf wirtschaftliches Wachstum fokussiert und würden daher keine angemessene Klimapolitik betreiben. Dem widerspricht Norbert Reuter, Leiter der Tarifpolitischen Grundsatzabteilung bei ver.di.

Mangelt es den Gewerkschaften an einer ausreichenden sozial-ökologischen Orientierung? Das versucht jedenfalls Ulrich Brand nachzuweisen. Doch schon der von ihm gewählte Plural erweist sich als falsch, geht es in seinem Text doch offensichtlich nicht um „die“ Gewerkschaften, sondern praktisch ausschließlich um die IG Metall. Lediglich in einer Fußnote wird auf die „Dienstleistungsgewerkschaften“ (im Plural!) verwiesen, die aber auch nicht „per se“ umweltfreundliche Interessen vertreten würden. Da aber rund zwei Drittel der im DGB organisierten Gewerkschaftsmitglieder nicht der IG Metall angehören, wäre es interessant zu erfahren, was Brand mit „per se“ genau meint.[1] In jedem Fall sollte klar sein, dass die Politik der IG Metall nicht einfach mit „den Gewerkschaften“ gleichgesetzt werden kann, wie es Brand in seinem Text tut.

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Aktuelle Ausgabe März 2020

In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

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