Dossier Rassismus

Der verdrängte Rassimus

Eine Wand mit dem Schriftzug "fight racism" und einem Gitterfenster

Bild: designritter / photocase.de

Rassismus wird in Deutschland zuweilen noch immer verleugnet. Dabei prägt er – hierzulande wie anderswo – vielfach den Alltag, legitimiert die Ausgrenzung von Minderheiten und treibt sogar rechte Terroristen an. Und seine Wurzeln reichen tief: bis in die verdrängte Kolonialgeschichte dieses Landes.

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»Am deutschen Wesen«

Zu Beginn des Jahres sorgte der ehemalige deutsche Außenminister Sigmar Gabriel mit einem erstaunlichen Tweet für Aufsehen: „In der Welt harter Interessenpolitik erreichen manchmal die Interessenlosen mehr. Wir haben Stärkeres als Waffen & Geld: Legitimität! Wir waren nicht am Libyen-Krieg beteiligt u. nie Kolonialstaat. Gut, dass Deutschland Libyen nicht den Autokraten überlässt.“ Das Zitat zeugt von einer erstaunlichen Geschichtsvergessenheit.

Das verdrängte Verbrechen

Es ist ein bemerkenswerter Satz, der im achten Kapitel des Koalitionsvertrags von SPD, CDU und CSU geschrieben steht: „Ohne Erinnerung keine Zukunft – zum demokratischen Grundkonsens in Deutschland gehören die Aufarbeitung der NS-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur, der deutschen Kolonialgeschichte, aber auch positive Momente unserer Demokratiegeschichte.“ Zum ersten Ma