Ausgabe April 2000

Warum der Euro stärker ist als sein Ruf

Zehn Gründe für eine mittelfristige Aufwertung

Als die Gemeinschaftswährung im Euroland am ersten Börsentag nach Neujahr 1999 gehandelt wurde, da schwärmte nicht nur die Fachwelt über einen Bilderbuchstart. Doch bald verpuffte die Europhorie, die gemeinsame Währung verlor gegenüber wichtigen anderen Währungen Zug um Zug an Wert. Die symbolträchtige Parität mit dem US-Dollar ist nun schon einige Wochen unterschritten, Ende Februar rutschte der Euro gar auf das bisherige Allzeittief von 0,93 Dollar. Im Vergleich zu seiner ersten Novellierung hat er gegenüber der US-Währung bis zum Februar dieses Jahres um knapp 17% abgewertet. Aber auch der japanische Yen konnte - trotz der tiefen Strukturkrise Japans - gegenüber dem Euro um knapp 20 % an Wert gewinnen. Von besonderer Bedeutung für das währungspolitische Zusammenwachsen innerhalb der EU ist die massive Abwertung des Euro gegenüber dem Pfund Sterling um 12% bis zum Januar dieses Jahres.

Angesichts dieses Preisanstiegs sinken die Chancen, das britische Pfund in die Gemeinschaftswährung einzuschmelzen. Die Verliererposition in der Konkurrenz um die wichtigsten Währungen der Welt ist also unübersehbar. Vor der Suche nach Antworten auf die Fragen nach den Ursachen für diesen Preisverfall und vor der Frage nach der Zukunft ist in Erinnerung zu rufen: Zum 1.

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Am Rande des Abgrunds: Britische Demokratie in der Krise

von Annette Dittert

Es war sicher kein Zufall, dass Banksy seine erste große Skulptur genau eine Woche vor den wichtigen britischen Regionalwahlen am 7. Mai mitten im Herzen von Westminster aufgestellt hatte. Als hätte er das Wahlergebnis vorhergesehen, zeigt Banksy einen Mann auf einer hohen Säule, in der rechten Hand eine riesige schwarze Flagge.

»10-Millionen-Schweiz«: Mauern gegen die Polykrise

von Cédric Wermuth

Am 14. Juni stimmt die Schweiz per Referendum über eine Initiative ab, die europaweit Schule machen könnte. Unter dem Titel »Keine 10-Millionen-Schweiz« verlangt die rechtsnationalistische Schweizerische Volkspartei die Einführung eines Bevölkerungsdeckels in der Verfassung.