Ausgabe Juni 2000

Die Selbstzerstörung von Little Havana

Seit die USA vor vier Jahrzehnten ihr Wirtschaftsembargo gegen Kuba verhängten, hat das vielerlei Wirkungen gehabt, nur eine nicht: Castro aus dem Amt zu befördern. Diese beispiellose Erfolglosigkeit läßt auch konservative Geister in den USA über eine Änderung der Kuba-Politik nachdenken. In der Vergangenheit zerschellten alle derartigen Initiativen an dem wohlorganisierten Einfluß der Exil-Kubaner. Doch durch den "Fall Elián" haben sich die Koordinaten der Macht für die Kuba-Politik der USA spektakulär verschoben. In den fünf Monaten, in denen das Gezerre um den kubanischen Flüchtlingsjungen die Politik zwischen Washington, Havanna und Miami beherrschte, ist die kubanische Exilgemeinde als nationaler Machtfaktor in den USA förmlich implodiert. Washington eröffnet das eine einzigartige Möglichkeit für den Wandel seiner Kuba-Politik. Dabei waren die Exil-Kubaner über viele Jahre hinweg das Paradebeispiel einer effizienten und hochwirksamen Lobby. Gleich wer in Washington regierte, die kubanische Lobby, allen voran die von Jorge Mas Canosa geführte Cuban-American National Foundation (CANF), hielt die Politik der USA fest auf unversöhnlichem AntiCastro-Kurs. Sie kanalisierte Gelder, kippte Personalentscheidungen, schrieb Gesetze.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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