Ausgabe März 2000

Möglichkeiten einer effektiveren Zinsbesteuerung

Inländische wie ausländische Zinserträge werden der Besteuerung zunehmend entzogen, während sie gleichzeitig quantitativ an Bedeutung gewinnen. Wie die übrigen Kapitaleinkünfte machen Zinseinkommen einen steigenden Anteil an den gesamten Haushaltseinkommen aus, zumindest bei den oberen Einkommensschichten. So hatten in Deutschland Netto-Gewinn- und Vermögenseinkommen 1998 mit 40% praktisch den gleichen prozentualen Anteil am verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte wie die Arbeitseinkommen. Die Belastung dieser Einkommen mit Gewinn- und Einkommensteuern ist dagegen von 7% im Jahr 1991 unter 4% 1998 gesunken. 1) Nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) betrug das zinstragende Vermögen der privaten Haushalte in Form von Spareinlagen, festverzinslichen Wertpapieren, Geldmarktpapieren, Termingeldern und Sparbriefen 1998 über 2,9 Bio. DM. Die Einkommen aus Zinsgutschriften auf Spareinlagen und festverzinsliche Wertpapiere erreichten ein Niveau von knapp 116 Mrd. DM; 47 % über demjenigen von 1991. 2)

Dabei ist festzustellen, daß sich in der EU im Gefolge der vollständigen Liberalisierung des Kapitalverkehrs die Anleger verstärkt auf ausländische Finanztitel orientiert haben.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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