Für die eigentliche Überraschung sorgte die Regierung. Viele rotgrüne Politiker bedauerten lauthals das Scheitern der Fusion, und auch der Bundeskanzler und sein Wirtschaftsminister Müller zeigten sich enttäuscht, dass Deutsche und Dresdner Bank nun doch nicht zusammenfinden. Schröder hätte das Zusammengehen beider Häuser "begrüßt". Das ist mehr als ein neuer Zungenschlag: Bislang galt es wenigstens noch als politische Pflichtübung, die grassierende Fusionitis in der Wirtschaft zu kritisieren und ansonsten auf das (zahnlose) Kartellrecht zu verweisen. Rückblick: Offiziell fiel der Startschuss am Donnerstag, den 9. März.
(aus: »Blätter« 5/2000, Seite 619-623)
Themen: Finanzmärkte, Parteien und Wirtschaft