Ausgabe Oktober 2000

Der Fall Österreich, Neue Folge

Es ist vorbei. Ist es vorbei?

Am 4. Februar dieses Jahres wurde die aus Ministern der „Freiheitlichen Partei” (FPÖ) und der „Österreichischen Volkspartei” (ÖVP) gebildete Regierung unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) vereidigt. Fünf Tage zuvor hatte die portugiesische Ratspräsidentschaft die Absicht von vierzehn EU-Mitgliedstaaten erklärt, für den Fall einer Regierungsbeteiligung der „Freiheitlichen” u.a. die bilateralen Beziehungen zu Wien auf eine technische Ebene zurückzufahren (vgl. dazu: Der Fall Österreich, in: „Blätter”, 3/2000, mit Beiträgen von Balduin Winter, Gerda Zellentin und Arthur Heinrich). Nach fünf Monaten, in deren Verlauf der Unmut innerhalb der Union ob der bestehenden diplomatischen Auszeit gewachsen war, erhielten schließlich am 12. Juli Martti Ahtisaari, ehemaliger Präsident Finnlands, Jochen Frowein, deutscher Völkerrechtler, und Marcelino Oreja, ehemaliger spanischer Außenminister, vom Präsidenten des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte den Auftrag, einen Bericht über das Verhältnis der österreichischen Regierung zu den gemeinsamen europäischen Werten und über die Entwicklung der FPÖ zu erstellen. In ihrem am 8. September vorgelegten Bericht empfahlen die „drei Weisen” die Aufhebung der „Maßnahmen” gegen Wien.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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