Drei Kilo pro Haushalt monatlich - so viel Zucker erhalten die Bewohner von Pozarevac seit Mitte August. Eine Rationierung von Speiseöl ist ebenfalls angekündigt. Eigentlich ist die Landwirtschaft die Stärke jener Region Serbiens, in der die Kleinstadt liegt. Trotz aller Kriegsverwerfungen funktionierte die Nahrungsmittelversorgung in den letzten zehn Jahren, denn die Landwirtschaft zeigte sich zäh. Allerdings geht den Bauern Serbiens allmählich die Luft aus, so auch in Pozarevac. Kein Geld für Diesel und für Saatgut, die Dürre schaffte den Rest. Das Besondere an Pozarevac ist jedoch, dass die "Familie" von dort stammt.
(aus: »Blätter« 9/2000, Seite 1039-1042)
Themen: Europa und Krieg und Frieden