Ausgabe September 2000

Was tun mit den globalisierten Kapitalmärkten?

Ist es möglich oder überhaupt erforderlich, die globalisierten Kapitalmärkte zu reglementieren? Diese Frage hat eine unübersichtliche Debatte produziert, in der nicht nur Experten und Politiker aus dem In- und Ausland mitmischen, sondern zunehmend auch breite gesellschaftliche Gruppen, die sich auf unterschiedlichste Problembereiche konzentrieren. Umfangreiche Liberalisierungsschritte haben seit Anfang der 80er Jahre zu einem Bedeutungszuwachs sowohl des internationalen Finanzmarktes (Portfolioinvestitionen) als auch des Realkapitalmarktes (ausländische Direktinvestitionen - FDI) geführt. Dabei machen letztere immer noch einen vergleichsweise geringen Anteil an den grenzüberschreitenden Investitionen aus: Zwischen 1990 und 1996 bildeten sie ein Viertel der gesamten internationalen Kapitalflüsse. 1)

Knapp zwei Drittel aller FDI gingen 1995 in Industrieländer, die Schwellenländer in Südostasien und Südamerika empfingen knapp 30%, und die Entwicklungsländer waren mit weniger als 3% weit abgeschlagen. 2) Insbesondere für Entwicklungs-, in eingeschränktem Maße auch für Schwellenländer spielen FDI allerdings aufgrund einer oft unvollkommenen Finanzmarkt-Infrastruktur häufig eine größere Rolle als Portfolioinvestitionen.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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