Ausgabe Januar 2001

Wie weiter mit Europa?

Zwischen Kompetenzkatalog und New Governance

Der Trend der letzten Jahre setzt sich nach dem Gipfel von Nizza fort: Eine Regierungskonferenz schließt nahtlos an die nächste an. Dem hektischen - gemessen an den Problemen aber vielfach konsequenzlosen - Handeln der nationalen Regierungen beim Umbau der Strukturen der Europäischen Union folgt keine Phase der Reflexion und der offenen Zielfindung. Die Beschleunigung europäischer Politik erreicht statt dessen einen neuen Höhepunkt, indem mitten während einer laufenden Regierungskonferenz bereits die zentralen Eckpunkte für die nächste Reform verankert werden. Mit der Forderung nach einem Kompetenzkatalog und der Erarbeitung des Weißbuches zu "New Governance" durch die Kommission ist das Feld, innerhalb dessen sich die "Post-Nizza-Prozesse" bewegen werden, bereits abgesteckt.

Im Kern geht es um eine klare Abgrenzung zwischen europäischen und nationalen Aufgaben (Kompetenzkatalog) und eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen nationalen und europäischen Akteuren, die die Rolle gesellschaftlicher Organisationen akzentuiert (New Governance).

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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