Ausgabe Juni 2001

Die Europäische Zentralbank in der Zinsfalle

Seit Mai läuft die heiße Phase der Euro-Einführung. Wir Bürger sollen nun möglichst flott Mark und Pfennig in Euro und Cent "umtauschen". Am 5. Mai startete die Kreditwirtschaft darum auf allen Kanälen eine fetzige Werbekampagne mit "Deutschlands beliebtestem Showmaster" (O-Ton Bundesbank), nämlich Günther Jauch. Aber weder die Einführung des stofflichen Euros, noch das ganze Euro-Projekt sind Selbstläufer; einige Beobachter prognostizieren sogar ein baldiges Platzen des Eurotraumes. Den Banken und Sparkassen bereitet derzeit der erwartete Arbeitsaufwand die meisten Sorgen: Tauschen 80 Millionen Bundesbürger auf den letzten Drücker ihre alten Münzen um oder zahlen sie auf Konten ein, zu einem Zeitpunkt, an dem Milliarden neue EuroScheine unters Volk gebracht und alle Computer- und Buchhaltungssysteme umgeschaltet werden müssen, droht der Geldwirtschaft ein vorübergehender Zusammenbruch. Eines der Ziele der Eurostrategen ist daher, den erwarteten Andrang vor und nach dem Jahreswechsel 2001/2002 zu entzerren.

Um die werte Kundschaft zu bewegen, Mark und Pfennigmünzen aus Sparschweinen und sonstigen Behältnissen rechtzeitig einzuzahlen, startete die Bundesbank zusammen mit der gesamten Kreditwirtschaft eine so genannte Münzrückflussaktion.

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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