Ausgabe November 2001

Grüne Gentechnik in der Krise

Die grüne Gentechnik befindet sich in Europa seit einigen Jahren in einer tiefgreifenden Akzeptanzkrise. Gentechnisch veränderte Pflanzenprodukte und Lebensmittel werden von den Verbrauchern nicht zuletzt unter dem Eindruck von Lebensmittelskandalen und BSE in seltener Einmütigkeit abgelehnt. 1) Gleichwohl hat in der zweiten Hälfte der 90er Jahre die kommerzielle Nutzung und Vermarktung vor allem transgener Pflanzenprodukte begonnen, auf die sich die folgenden Ausführungen konzentrieren. Der kommerzielle Anbau transgener Nutzpflanzen begann 1996; seither ist ein erheblicher jährlicher Zuwachs der weltweiten Anbauflächen für derartige Pflanzen zu beobachten. In 2000 entstammten 36% der weltweiten Soja-Ernte, 16% der Baumwoll-Ernte, 11% der Raps-Ernte und 7% der Mais-Ernte aus gentechnisch verändertem Anbau. Die gesamte Anbaufläche für gentechnisch veränderte Pflanzen, zu denen auch Kartoffeln, Kürbis und Papaya zählen, betrug im selben Jahr weltweit ca. 44 Mio. ha - zum Vergleich: Die Gesamtfläche Deutschlands beläuft sich auf 35 Mio. ha. Der Anbau konzentriert sich auf die Vereinigten Staaten (mit 68% der Anbaufläche), Argentinien (23%) und Kanada (7%). In Europa werden dagegen gentechnisch veränderte Pflanzen bislang nur zu Forschungsund Versuchszwecken angebaut.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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