Ausgabe September 2001

Naturschutz für den American Way of Life

Energiepolitik unter Bush und Cheney

Mit Spannung sah die Welt Mitte Juli auf die alte Bundeshauptstadt Bonn, als dort erneute Verhandlungen zur Abwehr des Treibhauseffekts stattfanden, nachdem Den Haag so kläglich gescheitert war. Eigentlich hatte auch vom Bonner "Klimagipfel" niemand einen Kompromiß erwartet, große Optimisten vielleicht ausgenommen - schon gar nicht die Zustimmung der "Umbrellastaaten" (zu denen außer den USA Kanada, Neuseeland, Australien und Japan gehören). Um so überraschender kam deren Kehrtwende, die die Vereinigten Staaten auf dem Parkett der Klimaverhandlungen nun als Außenseiter dastehen läßt. Andererseits war es nicht weiter verwunderlich, daß Amerika nicht mitspielen würde, da George W. Bush das Kyotoprotokoll bereits im März als einen Vertrag mit "verhängnisvollen Defekten" bezeichnet und für tot erklärt hatte. So ist die Bush-Administration fest davon überzeugt, daß die eigene Wirtschaft schweren Schaden nähme, würde das Protokoll in seinem jetzigen Zustand ratifiziert, während die Entwicklungsländer, darunter China und Indien, von dessen Reduktionszielen ausgeklammert blieben.

Dabei waren gerade mit Blick auf die Forderungen der Vorgängerregierung unter Bill Clinton Nachbesserungen vorgenommen worden, um die vermeintlichen Belastungen der amerikanischen Ökonomie zu reduzieren.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Politik als Gewinnspiel: Wetten auf Krieg und Frieden

von Sonja Peteranderl

Über Monate hinweg beobachteten US-Geheimdienste jede Bewegung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Am 3. Januar gab US-Präsident Donald Trump schließlich grünes Licht für die »Operation Absolute Resolve«.

Bruch und Kontinuität

von Wolfgang Kaleck

Mit ihren Interventionen in Venezuela und Iran ist die zweite Trump-Regierung zu einem Frontalangriff auf das Völkerrecht übergegangen – und im Inneren der USA höhlt sie den Rechtsstaat immer weiter aus. Das oft opportunistische Verhalten europäischer Regierungen gegenüber Trump schwächt die internationale Ordnung zusätzlich.

Venezuela: Kolonialismus des 21. Jahrhunderts?

von Ferdinand Muggenthaler

Anfang April veröffentlichte die »New York Times« eine Recherche über den Entscheidungsprozess, der zum US-Angriff auf Iran führte. Der Bericht bestätigt, was Donald Trump auch öffentlich immer wieder anklingen lässt: Die Militäraktion gegen Venezuela hat ihn motiviert.