Ausgabe Oktober 2002

Afrikanische Regressionen

Wie man sich irren kann: Die Machtübernahme Mugabes, ohne sowjetische Patronage, diene genau besehen der Sicherung britischer Interessen, meinte der mit deren Wahrung beauftragte Chef-Unterhändler und Außenminister Lord Carrington im letzten Stadium der Dekolonisierungsverhandlungen, als Ende der 70er Jahre aus Rhodesien Simbabwe entstand. 1) Der Günstling bedankte sich seinerzeit artig bei dem keinesfalls freiwillig aus dem Amte scheidenden rhodesischen Vorgänger Ian Smith - der Mitte der 60er Jahre die einseitige Unabhängigkeit der Siedlerkolonie vom britischen Empire proklamiert hatte. Er habe ihm das Juwel Afrikas überlassen. 2) Bei den Unabhängigkeitsfeiern im April 1980 befleißigte sich Tansanias Präsident Julius Nyerere der Zustimmung und ermahnte die Genossen, pfleglich mit dem geerbten Kleinod umzugehen. 3) Solch rückblickende Zitate haben Hochsaison und bitteren Erinnerungswert, denn der einstige Brotkorb ist zum Armenhaus des Kontinents degeneriert.

Kaum jemand versucht sich noch in Gesundbeterei - wenngleich Mugabe selber auf dem Johannesburger Gipfel insistierte, seine Landreform sei die Voraussetzung dauerhafter Entwicklung, und Großbritannien trage die alleinige Schuld an der Misere seines Landes.

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