Die saudische Außenpolitik bevorzugt es traditionell, hinter den Kulissen im diplomatischen Halbdunkel zu operieren. Umso mehr muss das grelle Licht geschmerzt haben, das am 6. August auf das Königreich fiel: Als der "Kern des Bösen, der Hauptakteur, der gefährlichste Gegner", 1) als Terror-Supermacht schlechthin wurde das Königreich bezeichnet - in einem Strategie-Papier, das ausgerechnet aus dem Pentagon an die "Washington Post" gelangt war. 2) Das Dokument empfahl, dem Königreich die Pistole auf die Brust zu setzen: entweder Saudi-Arabien unterlässt die Unterstützung islamischer Terroristen oder die USA marschieren ein und besetzen die saudischen Ölfelder.
(aus: »Blätter« 10/2002, Seite 1217-1226)
Themen: Naher & Mittlerer Osten und Außenpolitik