Ausgabe September 2002

Gemischte Bilanzen

In der Vorbereitung des Johannesburger Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung gab es zahlreiche Versuche, die globalen und nationalen Trends des letzten Jahrzehnts zu bilanzieren, um auf dieser Grundlage dann strategische Empfehlungen für die nächsten Jahre zu formulieren. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ist hierbei das jüngste und prominenteste Beispiel 1) und hat, ebenso wie die anderen Bilanzen, die Kontroversen zwischen "Öko-Optimisten" und "Öko-Pessimisten" neu belebt.

Die einen halten die Warnungen von Ökologen für maßlos übertriebene Panikmache und trauen der Technikentwicklung der Industriegesellschaften zu, die globalen Energie- und Umweltprobleme zu lösen. Die anderen befürchten, dass die Anhäufung von Gefahrenpotenzialen nicht mehr kalkulierbar ist und fordern eine prinzipiell neue Gestaltung von Produktion und Lebensstilen. Der folgende Beitrag stellt auf der Basis vorliegender statistischer Informationen 2) einige Daten und Trends der Umweltsituation in der Bundesrepublik Deutschland in der Zeit von 1990 bis 2000 dar. Nur eine langfristige Betrachtung der Entwicklungen kann zur Versachlichung der Kontroverse beitragen. Die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland hat zwischen 1991 und 2000 um 2,8% zugenommen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt weist im selben Zeitraum eine Steigerung von 15,1% auf.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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