Ausgabe September 2003

Der Wiederaufbau des Irak

Eine Feldstudie und Empfehlungen des CSIS vom 17. Juli 2003 (Auszüge)

[...]

Einleitung

Die nächsten zwölf Monate werden für den Erfolg oder das Scheitern des irakischen Wiederaufbau- Projekts entscheidend sein. Das Chaos-Potential zeigt sich von Tag zu Tag deutlicher, in Anbetracht des unklaren Status der alten Garde – frühere Angehörige der Republikanischen Garde und Anhänger der Ba’ath-Partei; die im ganzen Land präsenten kleinen, irregulären Milizen, die, sofern es an starker militärischer Präsenz der Koalition mangelt, erhebliche Zerstörungen anrichten können; die beginnenden Angriffe auf Iraker, die als "Kollaborateure" der Vereinigten Staaten gelten; schließlich fortgesetzte Angriffe auf die USStreitkräfte und weiche Ziele wie Kraftwerke oder Zivilisten (einschließlich der Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen). Das alles unterminiert die Fähigkeit der Übergangsverwaltung der Koalition (CPA – Coalition Provisional Authority), die Grundversorgung sicherzustellen, wodurch wiederum die öffentliche Unterstützung für die Mission der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs nachlässt.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Politik als Gewinnspiel: Wetten auf Krieg und Frieden

von Sonja Peteranderl

Über Monate hinweg beobachteten US-Geheimdienste jede Bewegung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Am 3. Januar gab US-Präsident Donald Trump schließlich grünes Licht für die »Operation Absolute Resolve«.

Bruch und Kontinuität

von Wolfgang Kaleck

Mit ihren Interventionen in Venezuela und Iran ist die zweite Trump-Regierung zu einem Frontalangriff auf das Völkerrecht übergegangen – und im Inneren der USA höhlt sie den Rechtsstaat immer weiter aus. Das oft opportunistische Verhalten europäischer Regierungen gegenüber Trump schwächt die internationale Ordnung zusätzlich.

Venezuela: Kolonialismus des 21. Jahrhunderts?

von Ferdinand Muggenthaler

Anfang April veröffentlichte die »New York Times« eine Recherche über den Entscheidungsprozess, der zum US-Angriff auf Iran führte. Der Bericht bestätigt, was Donald Trump auch öffentlich immer wieder anklingen lässt: Die Militäraktion gegen Venezuela hat ihn motiviert.