Ausgabe September 2003

Lichter der Grenzstadt

Ein Film über scheiternde Existenzen: Schütteres blondes Haar und Brille – das ist Ingo. Ingo hat sich selbständig gemacht. Die Eröffnung seines Matratzen- Discountladens war der örtlichen Presse einen Artikel mit Foto wert. Aber er kommt nicht weit mit seiner Ich-AG in Frankfurt an der Oder. Trotz skurriler Werbeideen geht er Pleite. Ein jugendliches Pärchen versucht sich hingegen mit Zigarettenschmuggel über Wasser zu halten. Das Mädchen lernt einen scheinbar reichen Mann kennen, verlässt ihn schließlich doch – der Mann verpfeift die Kriminelle bei der Polizei. Ein junger Architekt scheitert mit seinen hochfliegenden Plänen, weil die von ihm entworfene Glasfassade den Bauherren des Ost- West-Joint-Ventures zu teuer ist. Ukrainische Flüchtlinge werden von ihren Schleppern nicht, wie ausgemacht, am Rande von Berlin abgesetzt, sondern in Polen aus dem LKW geschmissen. Ein Taxifahrer, der verzweifelt Geld braucht, um seiner kleinen Tochter ein Kommunionskleid kaufen zu können, versucht, eine ukrainische Familie über die Grenze zu schleusen. Es klappt nicht. Sonja, die bei Abschiebeverhandlungen als Dolmetscherin arbeitet, hilft einem Flüchtling, bringt ihn schließlich in ihrem Wagen über die Grenze.

Hans-Christian Schmids Film Lichter ist ein verkappter Episodenfilm. In einander verflochten werden die Geschichten erzählt.

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