Zwei junge weiße Frauen lächeln freundlich in die Kamera. Sie sehen nett aus, frisch, engagiert, aktiv. Beide sind US-Soldatinnen, beide waren in Irak eingesetzt und beide haben - allerdings aus sehr unterschiedlichen Gründen - erhebliche Medienaufmerksamkeit auf sich gezogen. Jessica Lynch und Lynndie England scheinen ganz typische junge Rekrutinnen aus kleinstädtisch- ländlichen Gebieten der Vereinigten Staaten zu sein. Aber das Militär ist offensichtlich kein gewöhnlicher Arbeitgeber, und auch ein Kriegseinsatz ist kein Job wie jeder andere. Gefreite Lynch geriet 2003 angeblich in irakische Gefangenschaft; ihre spektakuläre Befreiung wurde zum Medienereignis: Sie wurde als Heldin und Opfer inszeniert.
(aus: »Blätter« 9/2004, Seite 1101-1111)
Themen: USA, Frauen und Krieg und Frieden