Absehbarer Weise werden die nächsten Bundestagswahlen für ein Novum in der bundesdeutschen Parlamentsgeschichte sorgen - und wohl für einen Schock bei etwa der Hälfte der deutschen Wählerschaft. Erstmals werden nämlich die Anteile der großen Parteien an den Wahlstimmenprozenten und an den Bundestagsmandaten signifikant auseinander klaffen. Dass dies bislang in der bundesdeutschen Geschichte nicht der Fall war, verdankt sich dem Umstand, dass entweder eine Partei überwältigend stark war (wie die Union in den 50er Jahren) oder rechts und links annähernd gleich starke Volksparteien bestanden haben.
(aus: »Blätter« 1/2005, Seite 15-17)
Themen: Demokratie und Parteien