Ausgabe April 2006

Zurück zur religiösen Fairness

Die in der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten veröffentlichten Mohammed- Karikaturen haben in der islamischen Welt heftige, teils gewaltsame Proteste hervorgerufen. Doch nicht erst seit diesen Geschehnissen mehren sich die Stimmen derjenigen, die ein Ende des Dialogs zwischen Mitgliedern des christlich-abendländischen Kulturkreises und Anhängern der islamischen Religion fordern.1 Längst wird die Weigerung, den herbei geschriebenen „Kampf der Zivilisationen“ mit anderen als nur argumentativen Waffen zu führen, nicht mehr nur in konservativen Leitmedien als „multireligiöse Phantasterei“ naiver „Gutmenschen“ abgetan.2

Die angespannte Situation wird zusätzlich dadurch erschwert, dass sich dort, wo ein Dialog (noch) geführt wird, oft in der Tat nur altbekannte Argumentationsmuster wiederholen: Christliche oder religionskritische Islamgegner wissen eine Reihe von Koranversen zu benennen, in denen vom Krieg gegen Andersgläubige die Rede ist; Muslime widersprechen mit Zitaten, welche die Friedfertigkeit des Islam unterstreichen sollen (stellvertretend für alle Sure 5:32 „Wer einen Menschen tötet, tötet die ganze Menschheit“).

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