Sprache, Macht und Politik | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Sprache, Macht und Politik

von Jutta Limbach

Sprache ist ein Politikum. Sie steht im Dienst der Macht und ist zugleich ein Gegenstand politischen Ehrgeizes. In Gesetzen, in der parlamentarischen Debatte oder in dem Befehl des Polizisten leiht die Sprache ihre Dienste. Ihre Aufgabe erschöpft sich nicht darin, Verständigungsmittel politischer Herrschaft zu sein. Die Sprache spiegelt Machtverhältnisse wider – im Guten wie im Bösen. So ist etwa die Sprache der Demokratie die Sprache der Menschenund Bürgerrechte, der demokratischen Teilhabe und der Kontrolle wirtschaftlicher Macht. Allerdings geben Verfassungstexte nur begrenzt Auskunft über den wahren Zustand eines politischen Gemeinwesens. Papier ist geduldig. Erst die Alltäglichkeit von Kritik bezeugt, ob die demokratische Verfassung hält, was sie verspricht.

(aus: »Blätter« 7/2006, Seite 855-862)
Themen: Wissenschaft, Europa und Kultur

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