Ausgabe März 2006

Die Abenddämmerung der unipolaren Welt

Von der Abenddämmerung der Unipolarität zu sprechen, während die USA sich doch offenbar im Zenith ihrer Macht befinden, mag verfrüht klingen. Aber schließlich folgt jedem Mittag der Übergang zur Dämmerung. Meine Annahme, dass dieser Übergang bereits begonnen hat, geht nicht von den üblichen Gründen aus: „imperial overstretch“, überbordende Haushaltsund Handelsdefizite etc.

Von der Abenddämmerung der Unipolarität zu sprechen, während die USA sich doch offenbar im Zenith ihrer Macht befinden, mag verfrüht klingen. Aber schließlich folgt jedem Mittag der Übergang zur Dämmerung. Meine Annahme, dass dieser Übergang bereits begonnen hat, geht nicht von den üblichen Gründen aus: „imperial overstretch“, überbordende Haushaltsund Handelsdefizite etc. Solche Probleme ließen sich durchaus lösen, schon von der nächsten US-Regierung oder sogar von der gegenwärtigen, sofern sie sich nur dazu entschlösse.

 

Eine Umkehrung der globalen Tendenz jedoch, die sich abzeichnet, liegt außerhalb der Reichweite politischer Strategen in Washington, mögen sie auch noch so machiavellistisch oder – je nach Blickwinkel – aufgeklärt sein: Ich meine die gegenwärtige, nach historischen Maßstäben rapide fortschreitende globale Machtumverteilung.

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