Wer noch weiß, was Kalter Krieg war, fühlte sich Mitte Februar bei der Lektüre deutscher Zeitungen um fünfzig Jahre zurückversetzt. Er spürte, wie die Angst und Arroganz, die sich einst gegen die Sowjetunion richteten, heute weiterleben, nicht als offene Feindschaft wie damals, aber als untergründiges dumpfes Ressentiment gegen Putins Russland.
Der Präsident hatte auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine Rede gehalten, in der er den Vereinigten Staaten unverblümt vieles vorwarf, das auch manche Westeuropäer ihrem großen Verbündeten vorwerfen. Aber wenn ein Russe das sagt, ist es etwas anderes.
(aus: »Blätter« 4/2007, Seite 451-462)
Themen: Asien, Europa und Krieg und Frieden