Ausgabe Januar 2007

Steuern für Europa

Die Zukunft der Europäischen Union basiert maßgeblich auf ihrer Finanzierung. Um diese sicherzustellen, wurde Ende 2005 über ein neues Finanzpaket für die erweiterte EU verhandelt – mit ernüchterndem Ergebnis. Stellvertretend für viele seiner Kollegen kam der damalige österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zu dem Schluss: „Bei den Finanzen ist das System ausgereizt. So können wir nicht weitermachen. Das nächste Mal werden wir uns an die Gurgel springen.“1

Damit steht das Finanz- und Haushaltssystem der EU insgesamt zur Disposition. In diesem Sinne wurde im Kompromiss des Europäischen Rates eine spezielle Überprüfungsklausel eingefügt, um den Forderungen nach einer grundlegenden Reform des EU-Finanzsystems entgegenzukommen.2 Danach wollen die Staats- und Regierungschefs im Jahr 2009 eine umfassende „Neubewertung des Finanzrahmens“ vornehmen, die sowohl die Einnahmen- als auch die Ausgabenseite des EU-Haushalts einschließt.

Ein zentrales Element dieser Reformdebatte wird eine Idee sein, die seit der Zeit der großen Haushaltskonflikte zwischen Ministerrat und Europaparlament in den 70er Jahren immer wieder diskutiert wurde – nämlich die Einführung einer EU-Steuer. Eine steuerbasierte Einnahmequelle würde bedeuten, dass die EU über eine EigenmittelEigenmittelquelle verfügt, die sie von den Mitgliedstaaten unabhängiger macht.

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