Ausgabe Juli 2007

Wasser als Genderfrage

Der aktuelle Human Development Report des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) trägt den Titel „Nicht nur eine Frage der Knappheit: Macht, Armut und die globale Wasserkrise“. Damit wird auf eine Grundtatsache verwiesen, die in der öffentlichen Debatte häufig übersehen wird: Die Ressource Wasser ist nicht generell knapp, sie ist in erster Linie ungleich verteilt. Wasserknappheit, so die grundlegende These des Berichts, wird in den meisten Fällen nicht durch tatsächliche Versorgungsmängel verursacht, sondern sie hat institutionelle und politische Ursachen. 1

In besonderer Weise sind Frauen von Wasserknappheit betroffen. Dennoch wird dieser Tatsache in der konkreten Politik kaum Beachtung geschenkt, obwohl bereits seit Jahren die besondere Berücksichtigung der Rolle von Frauen postuliert wird. So verlangt etwa Ziel 3 der UN-Millenniumsziele die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter, unter anderem, so Ziel 7, beim Zugang zu sauberem Trinkwasser. Auch im UNDP-Bericht finden sich zahlreiche Hinweise auf den Zusammenhang von Wasserkrise und Geschlechterungleichheit. So sind Frauen schon aufgrund ihrer Zuständigkeit für die reproduktiven Tätigkeiten in besonderem Maße von Wasser abhängig. Nahrungszubereitung, Hygiene und Gesundheitsversorgung sind ohne Wasser nachgerade nicht möglich.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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